Glücksfall und eine kleine Geschichte…

Hallo ihr Lieben,

Mensch.. Mir ist gestern etwas ziemlich, ziemlich Verrücktes passiert und ich komme bis jetzt nicht drüber hinweg..

Es ist ein etwas längerer Post.. Also, macht euch doch einen Kaffe und los gehts! 😉

Ich habe euch doch in diesem Post von meinem neuen Fahrrad erzählt, oder?

Gestern wollte ich in unserem naheliegenden Einkaufszentrum Briefmarken kaufen gehen und habe meine Eltern überredet, dass ich doch bitte, bitte mit dem Fahrrad fahren darf! Es hat in Strömen geregnet und besonders Lust zu laufen, hatte ich auch nicht.. Allerdings waren meine Eltern nicht so begeistert von der Idee. „Was meinst du wie schnell das geht? Die fahren herum, suchen nach Fahrrädern und stopfen sie in ihr Auto. „Das Fahrrad siehst du womöglich nie wieder!“, war das Argument meiner Mutter. „Als ob.. Ich geh ja nur schnell rein, hol meine Briefmarken und fahre wieder zurück nach Hause!“, versuchte ich meinen Willen durchzusetzen. Nach langem  Hin-, und Her hat mein Papa mir dann ein Fahrradschloss in die Hand gedrückt und gesagt, dass ich es gut abschließen soll.

Yes. Glücklich fahre ich also zum Zielort. Der Boden ist übersät mit Pfützen und der Geruch nach frischem Regen hängt in der Luft.

Als ich die letzte Ampel der Kreuzung überquere, fahre ich über den gut besetzten Parkplatz und steige am Eingang von meinem Mountainbike ab. Ich lasse meinen Blick über die Backsteinsäulen gleiten und erblicke ein Fahrrad, dass an der roten Wand angelehnt ist. Ich stelle meinen Drahtesel zu dem anderen Gefährt und begutachte das Schloss. Um den Reifen, zwischen zwei Speichen und um den Rahmen. Auch wenn das jetzt merkwürdig klingen mag, aber ich hatte zuvor noch nie ein Fahrrad abgeschlossen, geschweige denn ein Fahrradschloss bedient. Also händel ich es so wie mein Gegenüber und betrete guten Gewissens das Shoppingcenter.

Meine Briefmarken habe ich besorgt, auch wenn sie deutlich teurer ausfallen als vermutet! 2,10€ das Stück! Ich laufe an zahlreichen Läden vorbei und lasse mich von den angegebenen Angeboten anlocken. Wieso auch nicht? Ich habe ja noch Zeit genug und kann also in Ruhe meinen Interessen nachgehen.

Ein Laden hat es mir besonders angetan und ich probiere zahlreiche Kleidungsstücke an, kaufe letztendlich auch etwas. Bis dahin vergehen 3 Stunden. Da ich jetzt alles habe, was ich brauche, mache ich mich auf den Weg zum Eingang. Dabei muss ich ununterbrochen an mein Fahrrad denken. Was, wenn es weg ist? Ach Quatsch.. so etwas würde mir schon nicht passieren.. Aber es kam ja oft genug vor oder? -Na und? Es ist noch da.. Es ist bestimmt noch da. Hundert pro. 

Als ich um die Ecke gehe, sehe ich- eine leere Wand. Die Fahrräder sind weg.

Das muss ein schlechter Spaß sein. Ich schaue mich hilflos um. Aber die Leute gehen an mir vorbei, ohne mich auch nur anzuschauen. ScheißeScheißeScheiße. (An dieser Stelle entschuldige ich mich außerordentlich für meine regide Wortwahl, aber dieses Wort war das einzige, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging, abgesehen von weiteren Schimpfwörtern, die ich jedoch ungern wiederholen möchte.)

Das konnte doch nicht wahr sein?? Wie dreist muss man sein, um ein Fahrrad zu stehlen, abgesehen davon, dass es am helllichtem Tage war und offenbar ziemlich viele Menschen den Eingang passierten?

Scheiße. Mein schlechtes Gewissen überkommt mich schneller als mir lieb ist und mir wird schwindelig. Tränen brennen in meinen Augen, doch sie fließen mir erst das Gesicht hinunter als ich mein Handy aus meiner Tasche krame, um unsere Telefonnummer in das Tastenfeld einzugeben. Mein Papa meldet sich. „Papa? Mein Fahrrad ist weg.“ Kurze Pause. „Das. Kann. Doch. Nicht. Wahr. Sein.“ Jede Silbe ist klar betont und die Wut in seiner Stimme ist kaum zu überhören. Ich bringe ein kleinlautes ‚Doch‘ raus. Aufgelegt. Nach einigen Minuten der Verzweiflung kommt dann der Toyota auf den Parkplatz gefahren. Mein Papa steigt aus. Wütend. „Wo hast du das Fahrrad angeschlossen?“ „Da.“ Ich deute auf die Wand. „Wie hast du das Fahrrad angeschlossen?“ Energischer Tonfall. „So.“ Ich mache ein paar kümmerliche Bewegungen. Das ist das Einzige, was ich meiner Verfassung bewerkstelligen kann. Wir laufen auf einen Zaun zu, an dem ein Fahrrad ,feinsäuberlich,  angeschlossen ist. „Um den Reifen und um den Rahmen.“ Ich mache es vor. Mein Vater verzieht das Gesicht.. „So schließt man doch kein Fahrrad ab!“ „Aber das Fahrrad neben mir hat es doch auch genau so gemacht!“ Fassungsloses Kopfschütteln. Wir fragen ein paar Frauen, ob es hier eine Art Hausmeister gibt, der das Fahrrad weggestellt haben könnte. Wir werden weiter zur Information geschickt. Aber auch die Frau an der Information weiß keinen Rat. Sie informiert den Wachdienst. Aber auch dieser hat keine bessere Auskunft. Auf dem Weg zum Auto überlegen wir, was wir sonst noch machen könnten. „Das Rad siehst du nie wieder!“, beteuert mein Papa. „Wir haben keine Fotos, keine Rahmennummer- Nichts. Es hat keinen Sinn die Versicherung zu informieren.“ Das Fahrrad siehst du nie wieder. Eine Stimme in meinem Kopf redet mir ununterbrochen ein schlechtes Gewissen ein. Ich lasse mich darauf ein. Zu Hause bin ich untröstlich und ich heule ununterbrochen. Meine Eltern informieren sich derweil über Fahrradklau. „Du hast es nicht an einen festen Gegenstand angeschlossen oder?“ Ich verneine. „Das geht ruck zuck.. Die Diebe fahren Rückwärts an das Fahrrad ran, Tür auf, rein werfen, und es ist weg.“ Was wäre passiert, hätte ich das Fahrrad angeschlossen und nicht nur abgeschlossen? Dann hätte ich jetzt noch ein Fahrrad, und alles wäre super. Meine Mama hat inzwischen die Polizei angerufen, aber der Polizist, der sich meldet, weiß auch nichts. Auch wenn das nicht viel bringen mag, einen Versuch ist es wert. Nach kurzem Überlegen beschließt meine Mutter mit mir zur Polizei zu fahren und Vorort eine Anzeige gegen Unbekannt aufzugeben. Als wir eintreffen, steht eine junge Polizistin an der Information und meine Mutter erzählt was passiert ist. „Aber nicht am Einkaufszentrum (soundso), oder?“ Meine Mutter und ich schauen uns überrascht an. „Doch.“  „Aber kein Mountainbike, oder?“ „Doch!“ Hoffnung steigt in mir auf. „Aber es war nicht angeschlossen ,oder?“ „Nee, abgeschlossen!“ „Warten sie einen Moment.“ Nach zwei Minuten kommt sie wieder, und bittet uns ihr zu folgen. Als wir in den Raum schauen, wo ein paar Polizisten, und ein Mann sitzen, steht da MEIN Fahrrad!!!

Die Polizistin erzählt nun, dass ein Kollege von ihnen, der Privat unterwegs war, die Fahrraddiebe von seinem Fenster aus gesehen und dann die Kollegen auf seiner Dienststelle alarmiert hat! Die zwei Männer hatten das abgeschlossene Rad unter den Arm geklemmt und seien damit die Straße langmarschiert! 

Ich kann mein Glück gar nicht fassen… Es gibt in unserer Nähe nämlich 3 Polizeiwachen und wenn wir zu einer anderen gefahren wären, oder überhaupt nicht zur Polizei gegangen wären, hätten wir das Fahrrad nie wiederbekommen!

Wir hatten das Fahrrad eigentlich in einem Transporter auf dem Weg nach sonstwohin vermutet..

Als Beweismittel, dass es sich wirklich um unser Fahrrad handelt, ist mein Papa gekommen und hat den Fahrrad-Schloss-Schlüssel mitgebracht. Wir durften das Fahrrad dann mitnehmen, und als wir auf dem Weg zum Ausgang waren, wurde einer der Täter in Handschellen (!?)  an uns vorbei geführt..

Mensch.. Hab ich ein Schwein! 😀
Es freut mich sehr, wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt, und euch meine Geschichte nicht zu lang war!

Und was lernen wir daraus? Schließt euer Fahrrad bitte immer gut AN! Abschließen reicht nicht! 😉

Ich wünsche euch noch ein wunderbares und sonniges Wochenende ohne Fahrraddiebstähle! 😉

ganz, ganz liebe Grüße

Unterschrift für Blog+

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6 Gedanken zu “Glücksfall und eine kleine Geschichte…

  1. Oh wei…. Aber das hört man leider immer und immer wieder! Mir hat man mal eins innerhalb von 3 (!) Minuten (höchstens) vor unserem Haus geklaut. Das Schloss haben wir später am Tag wiedergefunden, mit einem Seitenschneider durchtrennt…das sind Profis!

    Bei Dir war ein Schutzengel auch unterwegs, nicht nur die Diebe!

    Lieben Gruß
    Bine

    1. Och Mensch.. Ja, ich frage mich da immer, wie man so etwas machen kann, geschweige denn mit seinem Gewissen vereinbaren kann..

      ganz, ganz liebe Grüße,
      Camilla 🙂

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