Mein Fotowettbewerbs-Beitrag und wie ich zu der Idee meiner Bilderserie kam

Die 5 Wettbewerbsbilder:

rasenbohren
rasenbohren
herumlungern
herumlungern
ferngesteuert
ferngesteuert
sauer-nichtlustig
sauer-nichtlustig
rhabarberchaosrhabarber
rhabarberchaosrhabarber

 

Eines Tages – es war ein Freitag Vormittag in der 4ten Schulstunde – lief ich durch den Keller unserer Schule, um zu unserem Kunstraum zu gelangen. Dabei  warf ich einen Blick auf die Glaskästen, die dort an der Wand hängen, in der Hoffnung, dort irgendwelche neuen ausgestellten Kunstsachen zu finden.

Dort fiel mir ein Zettel auf, der zur „offenen Deutschen Jugendfotomeisterschaft“ 2016 des DVF aufrief. Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs: „Draußen vor der Tür“.

Da ich mich zu dem Zeitpunkt immer mehr für Fotografie begeistert habe (siehe Blog), hat mich natürlich sofort die Lust gepackt, da mitzumachen.

Anfänglich schlägt man sich dann erstmal mit einigen Fragen herum: Was soll ich fotografieren? In welche Richtung soll meine Bilderreihe gehen? Schwarz-weiß? Und: wo soll ich denn überhaupt fotografieren …?

Auch bei mir hat es erstmal einige Wochen gedauert, bis ich meiner Foto-Idee dann in gewisser Weise über den Weg gelaufen bin.

Ich saß mit meinem Papa im Auto, als wir an einem der vielen Vorgärten in unserer Nachbarschaft vorbeifuhren, indem ein kleiner Junge mit einem Mörtelrührer an einer Bohrmaschine Rasen „mähte“. „Hast du das gesehen?“ – aber mein Papa hatte schon gestoppt.

Wir fragten den Jungen dann, ob ich ihn fotografieren dürfte – und ich durfte. Irgendwie war es mir erstmal unangenehm, einen wildfremden jüngeren Jungen zu fotografieren und als dann noch sein Vater dazu kam, wurde es irgendwie noch absurder … Die beiden taten so als wäre es das normalste der Welt, dass ein Mädchen und ein Mann in ihrem Vorgarten stehen und Fotos machen. Das fand ich eine total merkwürdige und komische Erfahrung. Bei allem Ernst, die diese Szene zwischen dem ganzen Müll und Durcheinander bot, war’s auch irgendwie lustig.

Und so entstand dann die Idee, skurrile Momente aus meiner Umgebung einzufangen.

Ihr könnt die Ergebnisse des Wettbewerbs finden unter DVF-Jugendfotowettbewerb 2016 ! Ich wurde dann auch von einer lieben Redakteurin von der Zeitschrift „PHOTOGRAPHIE“ angeschrieben und nun findet ihr auch in der neusten Ausgabe einen Artikel über die Fotos und mich! 🙂

 

Mein Text für den Wettbewerb

Wenn man eine Reportage fotografieren möchte, dann braucht man das richtige Thema, etwas Zeit, und einen Ort. Und welcher Ort eignet sich für eine Reportage besser, als „Draußen vor der Tür“? Oder noch besser: „Draußen vor meiner Tür“?

So bin ich also über Wochen hinweg durch meinen Heimatort gewandert, die Kamera immer dabei, und habe versucht, meinen Blick für interessante und skurrile Begebenheiten zu schärfen.

Man neigt dazu zu denken, dass merkwürdige Momente nicht in unmittelbarer Nähe passieren, aber sie passieren! Um diese Momente als solche zu erkennen, und sie auch einzufangen, brauchte ich zuerst viel Überwindung.

Für mich, die schon fast mit sich ringen muss, jemanden nach der Uhrzeit zu fragen, hat es anfangs sehr viel Mut gefordert fremde Leute anzusprechen und sie zu fragen, ob ich ein paar Fotos von ihnen machen könne.

Aber mit der Zeit fiel es mir deutlich leichter, da mir die netten Gespräche mit meinen „Modellen“ sehr viel Selbstvertrauen gegeben haben.

Ein- wie ich finde- weiterer, sehr interessanter Aspekt, dass fast alle Leute, die ich vor die Linse bekommen habe, angefangen haben zu „Posen“ und versuchten, trotz ihrer merkwürdigen Umgebung oder ihrer unpassenden Kleidung gut vor der Kamera auszusehen.

Den ersten Moment vor dem Posen abzufangen, um einen unverfälschten Eindruck der Protagonisten zu gewinnen, habe ich für mein Fotoprojekt als sehr wichtig empfunden.

So entstanden für mich teils komisch- eigenartige Portraits aus meiner unmittelbaren Umgebung.

Warum mäht ein Junge mit einer Bohrmaschine den Rasen?

Warum steht eine Frau mit einem Riesenrhabarber vor einem Zelteingang mit Chaos rundherum?

Oder wieso steuert der coole Opa das kleine Rennauto und nicht der Junge, der auf dem Bild irgendwie verunsichert wirkt…?

Alles Details, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht wahrnimmt, sondern erst bei der zweiten oder dritten Betrachtung.

Komisch. Ganz im Ernst.

Camilla

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5 Gedanken zu “Mein Fotowettbewerbs-Beitrag und wie ich zu der Idee meiner Bilderserie kam

  1. Hey, das ist ja grossartig Camilla! Die Fotos sind absolut cool und die Idee auch. Du hast dir „Gold“ verdient, habe natürlich gleich auf die Wettbewerbsseite geschaut. 😉 Glückwunsch!
    Ich finde es toll, wenn man so eine Anerkennung für sein Hobby erhält, das spornt unheimlich an. Du solltest unbedingt noch ganz viele Fotos machen, deine Perspektive gefällt mir. 😉

    LG von Charli

    1. Hehe, danke danke!
      Mit dem zusätzlichen Ansporn haste vollkommen Recht. Eine tolle Inspirationstankstelle ist das! 😉
      Mehr Fotos folgen…..^^

      Liebe Grüße zurück!

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